Nach dem ich unzählige Höhenmeter auf dem Weg zum Sümela Kloster bewältigte, trennen mich nur noch 3 Kilometer von meinem Ziel. Die unbetonierte Strasse ist extrem steil. Trotzdem versuche ich mit Sunny hochzufahren. Ein grosser Fehler – bald merke ich, dass ich das Mofa kaum noch auf der steilen Schotterstrasse halten kann.

Besonders nach der Bewegungseinschränkung durch Corona geniesse ich meine Freiheit umso mehr. Die Dankbarkeit darüber mache ich mir jeden Tag bewusst, in dem ich mir ein paar Minuten Zeit nehme, meine Umgebung so richtig wahrzunehmen. Jedes einzelne Mal wird mir klar, wie kraftvoll das JETZT ist. Ist das Leben nicht wundervoll?

Der Çobanlı Fluss begleitet mich 43 Kilometer lang bis nach Şiran. Wie eine Schlange zieht er sich durch das Gebirge. Hinter jeder Kurve eröffnet sich eine neue spektakuläre Kulisse. Bei einem kurzen Stopp entdecke ich sogar wild wachsenden Salbei. Die hohen dünnen Zypressen ähnlichen Bäume erinnern mich stark an die Toskana.

Zufällige Begegnungen

Auf der Etappe von Zara nach Altindere bewältige ich 335 Kilometer und unzählige Höhenmeter. Ausserdem muss ich zwei Mal auf 2.000 Höhenmeter tuckern. Auf dem Pass Tersun Dağı lädt mich Euogen auf einen Cay ein. 30 Kilometer sind wir hintereinander auf den Gipfel getuckert. Endlich oben angekommen, feiern wir mit einem Heissgetränk unseren Erfolg!

Meine Etappenziel befindet sich 300 Meter über einer Schlucht. Das Sümela Kloster, ein aussergewöhnliches Bauwerk, dessen Ursprung ins 4 Jhrd. zurück geht, hängt in einem Felsen, wie ein Kletterer ohne Seil.
Nach dem ich mit Sunny den Eingang des Nationalparks passiere, drohnt das Kloster über mir auf der anderen Schluchtseite. Die letzten 3 Kilometer führen über eine sehr steile Schotterstrasse.

Schon nach wenigen Metern lässt der Motor aus und ich realisiere, dass Sunny diesen hohen Anforderungen nicht gewachsen ist. Ich hänge in der Steigung fest. Die Reifen halten sich an einigen Kieseln fest. Hinter und neben mir sehe ich den Abgrund. Beide Bremsen halte ich mit dem Wissen fest, wenn ich jetzt einen Fehler mache und ausrutsche, dann reissen mich 160 Kilogramm nach hinten.

Diese spannenden Minuten und alle visuellen Eindrücke siehst du im Video. Viel Spass beim Reinschmöckern!

Reise-Facts

SÜMELA-KLOSTER

Sümela ist ein ehemaliges griechisch-orthodoxes Kloster. Der Legende nach wurde die Ikone des Evangelisten Lukas von zwei Engeln in eine Höhle getragen. Um 385 entdeckten zwei junge Eremiten aus Athen, Barnabas und Sophronios, die Ikone in einer Höhle mitten im Wald. Die Höhle wurde von mehreren frühchristlichen Eremiten bewohnt, erweitert und eine Kapelle errichtet. Um 500 förderte Kaiser Anastasios den Bau des Klosters. 640 und im 12. Jhdt wurde es durch Feuer zerstört und wieder aufgebaut.
Beim griechisch-türkischen-Bevölkerungstausch 1926 mussten die Mönche das Kloster verlassen. Das Kloster verfiel nach einem 3. Brand 1930 immer weiter, bis es 1972 von der türkischen Regierung als Nationalerbe unter Schutz gestellt und Besuchern zugänglich gemacht wurde.

TÜRKEI

Die Türkei erstreckt sich geographisch über zwei Kontinente. Anatolien, der asiatische Teil des türkischen Staatsgebiets, nimmt etwa 97 % der Fläche ein. Der europäische Teil im Nordwesten umfasst etwa 3 % der Fläche, in der auch der Hauptteil der Metropole Istanbul liegt.

FACTS

Kilometer: 4.981 km
Zeit: JUNI 2020
Klima: 27°C, Sonne und Regen
Strassen: gut
Mofa: ausgezeichnet
Mit 30 km/h in die Welt hinaus: Wie ich von heute auf morgen Reisereporterin wurde? Die spektakuläre Hintergrundgeschichte wie dieses einzigartige Abenteuer seinen Anfang fand…

Hier geht's ab zu weiteren Blogbeiträgen!

Du liest mit Begeisterung meine Stories? Du findest das Projekt grosse Klasse, hast Fragen oder möchtest den Beitrag kommentieren? – Nur zu, hinterlasse mir deine Meinung, ich freue mich auf deinen Kommentar.