Diese Woche plane ich eine kurze 3-Kilometer-Ausfahrt zur Tankstelle. Im Tank befindet sich nur noch eine kleine Pfütze. Weit komme ich damit nicht. Am Weg liegt auch eine wunderbare Höhlenkirche, die ich auf dem Rückweg besuchen werde. Klingt herrlich? Freu dich nicht zu früh, denn alles kam anders als geplant. 

Einen Tag bevor ich meine kleine Ausfahrt plane, fällt mir auf, dass der Sicherheitsdraht vom Kettenspanner nur noch an einem Faden hängt. Ich mache noch ein Foto davon, mit dem Gedanken ihn gleich einzuspannen.

Am Tag der Ausfahrt ist das natürlich schon wieder lang vergessen. Was soll den auch gross passieren? Und dann brause ich auch schon freudig los. Die ersten Meter sind noch etwas holprig. Die lange Pause macht sich deutlich. Sunny und ich cruisen durch wunderbare Landschaften, bis wir in einer 5 % Steigung stecken bleiben. Ich komme die Kurve nicht hoch.

Alles, was schief gehen kann, wird auch schiefgehen.

Nach mehreren Versuchen gebe ich mich geschlagen und entscheide mich, zu einer anderen Tankstelle in der nächsten Stadt zu fahren. 8 Kilometer später komme ich in Avanos an. Noch bevor ich tanke, kontrolliere ich den Luftdruck.

Was ich in dem Moment erblicke, ist kein schöner Anblick. Der Sicherheitsdraht ist komplett durchgerissen, die Feder des Kettenspanners hat ihn nach Vorne gerissen. Er klemmt zwischen Pneu und Kette und hat den Mantel abgeschliffen.

Als erstes löse ich den Kettenspanner und fixiere ihn wieder an der richtigen Stelle. Auch den Sicherheitsdraht befestige ich dieses Mal bombenfest. Nach einer kurzen Anamnese ist mir klar, der Mantel muss ausgetauscht werden, eine Stelle ist besonders tief abrasiert und es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich noch mehr Probleme damit bekomme.

Ich sehe mich kurz um und gehe zur benachbarten Werkstatt. Dort wird mir gesagt, dass es in der Nähe einen Fahrradshop gibt, der eventuell einen passenden Pneu lagernd hat. Ein Autofahrer mit geöffnetem Fenster fragt mich auf Deutsch, ob ich wissen würde, wo sich der Shop befindet. Er wartet, bis ich getankt habe und eskortiert mich zur Werkstatt.

Und welch ein Glück, er hat den richtigen Pneu lagernd. Ich parkiere meine Sunny am Strassenrand und demontiere den Hinterreifen. Während der Fahrradhändler den Pneu montiert, unterhalten mich ein paar Passanten mit Fotos ihrer Mopeds aus Jugendzeiten.

Mit dem montierten Hinterreifen mache ich mich fix und fertig auf den Heimweg. Ich komme nicht weit, dann bin ich überwältigt von dem wunderschönen Panorama, das sich vor mir ausbreitet. Hin und hergerissen bleibe ich völlig übermüdet doch stehen und mache noch ein paar Videos und Fotos. Diesen Anblick muss man einfach festhalten und mit Menschen teilen!

Obwohl ich mir den ganzen Tag anders vorstellte, bin ich sehr dankbar, dass am Ende alles so gut funktionierte.

Alle visuellen Eindrücke, sowie die netten Einheimischen, die mir geholfen und mich unterhalten haben siehst du im Video. Viel Spass!

Reise-Facts

AVANOS

Die Stadt liegt in der Provinz Nevşehir auf ungefähr 920 Höhenmetern und beherbergt ca 33.000 Einwohner. Die Geschichte der Stadt geht bis in die hethitische Zeit, 2.000 v. Chr. zurück. Avanos ist bekannt durch seine zahlreichen traditionsreichen Töpfereien und Ziegeleien.

TÜRKEI

Die Türkei erstreckt sich geographisch über zwei Kontinente. Anatolien, der asiatische Teil des türkischen Staatsgebiets, nimmt etwa 97 % der Fläche ein. Der europäische Teil im Nordwesten umfasst etwa 3 % der Fläche, in der auch der Hauptteil der Metropole Istanbul liegt.

FACTS

Kilometer: 4.231 km
Zeit: MAI 2020
Klima: 28°C, trocken, warm
Strassen: sehr gut
Mofa: Reparatur Hinterreifen

REPARATUR-KOSTEN

Pneu mit Aufziehen
TL 180 / EUR 24 / CHF 25,60
Mit 30 km/h in die Welt hinaus: Wie ich von heute auf morgen Reisereporterin wurde? Die spektakuläre Hintergrundgeschichte wie dieses einzigartige Abenteuer seinen Anfang fand…

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